Von Deborah Köngeter | Verfasst am 18. 1. 2022 | Aktualisiert am 20. 1. 2022

Individualisierter Neujahrsgruß zum Jahreswechsel 2021/2022

Jedes Jahr erreichen uns zahlreiche Weihnachtskarten, viele davon sehr allgemein gehalten und nicht sonderlich ausgefallen. Klar – in den wenigsten Betrieben können die vielen Grußkarten einzeln liebevoll von Hand geschrieben werden. Bei uns auch nicht. Andererseits drückt ja aber auch nicht nur eine handgeschriebene Karte Wertschätzung gegenüber den Empfänger:innen aus, sondern auch eine Karte, der man anmerkt, dass sich jemand Gedanken gemacht hat.

Auch unsere Kund:innen, Partner:innen und andere Geschäftskontakte dürfen sich jedes Jahr über eine Karte zum Jahreswechsel freuen und wie schon im letzten Jahr haben wir unsere Karten individualisiert. Jede Karte gibt es nur ein Mal! Was läge uns auch näher, bauen wir doch ständig unsere Software ManyPrint Solutions aus, mit der wir die Chancen der Digitalisierung ergreifen und die Möglichkeiten der digitalen Druck- und Weiterverarbeitungsmaschinen so umfänglich wie nur irgendwie möglich nutzen wollen.

Individualisierungen – vor allem unauffällige, gut integrierte Individualisierungen – sind unser Fachgebiet. Auch zum letzten Jahreswechsel haben wir deshalb unsere eigene Software zum Einsatz gebracht und persönliche Neujahrsgrüße verschickt. Unauffällig ist unsere Spezialität, ja – so unauffällig, dass die Individualisierung bei den Empfänger:innen vielfach unbemerkt blieb. Schön für die Empfänger:innen und ein gutes Ergebnis unserer Arbeit, schade für ein Unternehmen, das zeigen möchte, was es kann und dessen Können aber darin liegt, dass die Individualisierungen sich perfekt in die Karte fügen. Deshalb wollten wir es dieses Jahr ein bisschen anders angehen.

Wir haben Spaß daran, ständig auszuloten, welche Möglichkeiten unsere Software bietet und mit welcher Individualisierung wir die Empfänger:innen überraschen können, und so ist die Neujahrskarte für uns eine willkommene Spielwiese, auf der wir uns kreativ austoben können. Welche Daten wollen wir nutzen, wie anreichern, visualisieren, verknüpfen, und wie kommt auch ein inhaltlich und optisch ansprechendes Produkt dabei raus?

Drei Rahmenbedingungen haben wir uns für die Entwicklung der Ideen selbst gegeben:

  1. Es werden nur so viele Daten wie unbedingt notwendig verarbeitet.
  2. Die Karte soll kein Wegwerfprodukt sein, sondern neben dem Grußkartenteil und dem Jahresrück- und -ausblick einen zweiten Zweck erfüllen.
  3. Es soll Elemente einer offensichtlichen Individualisierung geben.

Den ersten Punkt haben wir wie schon im letzten Jahr gelöst: Es werden nur die Daten verwendet, die für den Postversand benötigt werden, sprich: Anrede, Name, Anschrift und für die Absenderadresse die Unternehmensmarke, mit der die Empfänger:innen zusammengearbeitet haben. Mehr nicht.

Für den zweiten Punkt haben wir etwas länger nachgedacht und verschiedene Ideen gesammelt – vom Samenpapier, das sich einpflanzen lässt, über weiterverwendbare Postkartenmotive bis hin zu einem Kalender, sodass die Karte das ganze Jahr über noch einen Zweck erfüllt. Die Entscheidung fiel letztendlich für ein Plakat. Es lässt Platz für Kreativität und kann über die Lebensdauer einer Grußkarte hinaus in Gebrauch sein. So werden wir auch unserem Nachhaltigkeitsanspruch gerecht. Darüber hinaus soll die Karte ja auch immer auch zu Demonstrationszwecken dienen und fürs Plakat war eine Idee für eine Individualisierung – dritter Punkt unserer Rahmenbedingungen – mit Neujahrsbezug nach kurzer Zeit gefunden: Jede:r Empfänger:in bekommt von uns individuelle Neujahrswünsche – die Buchstaben des Vornamens entscheiden über die Wünsche und Texte, die die Empfänger:innen erhalten.

Von der Idee zur Realisierung

Grundlagen

Datensatzinhalte

Individualisierungen benötigen Daten. Die Nutzung persönlicher Daten ist umstritten – wer bemerkt, dass die eigenen Daten verwendet werden, fühlt sich bisweilen beobachtet und befürchtet Nachteile durch die bekannten Daten; auf der anderen Seite erleichtert die Speicherung und Nutzung personenbezogener Daten vieles. Was uns wichtig ist: Wir nutzen nur sehr begrenzte Daten und wählen sehr bewusst aus, welche Daten verwendet werden, schaffen Transparenz darüber, wahren die Privatsphäre der Empfänger:innen und – eine Selbstverständlichkeit – entsprechen vollständig und gern den Vorgaben der DSGVO.

Für die Neujahrskarte gilt: Wir verwenden nur Daten, die für einen Brief unbedingt benötigt werden. Der Entscheidung darüber, welche Daten verwendet werden, geht stets die Frage voraus, ob die Verwendung bestimmter Daten einen Mehrwert für die Empfänger:innen mit sich bringt. Für die Neujahrskarten genügen die genannten Daten absolut: Anrede, Name, Anschrift und Marke, mit der die Person in Kontakt steht.

Technische Grundlagen

Anders als oft vermutet steckt hinter unseren Individualisierungen keine künstliche Intelligenz, sondern eine eigens programmierte Anwendung. Unsere Software benötigt als Grundlage der Layouts einerseits von Designer:innen vordefinierte Gestaltungsregeln, die in der Programmierung in PHP-Code abgebildet werden, andererseits sauber strukturierte Datensätze.

Nachdem das Design steht und die Anwendung programmiert wurde, können die Ausspielungen generiert werden. Das bedeutet, dass unsere Anwendungen für jeden Kunden zunächst ein IDML-Dokument erzeugt, das dann automatisiert in ein druckfähiges PDF umgewandelt wird.

Der vollständige Vorgang zur Generierung einer einzelnen Grußkarte benötigt circa 7 Sekunden.

Layoutgrundlagen

Grundsätzlich wird durch unsere Anwendung für jede:n Empfänger:in ein Layout-Dokument generiert, dessen Gestaltung nach präzisen Gestaltungsvorgaben aufgebaut ist. Die Gestaltung der Grußkarte richtet sich einerseits nach dem Corporate Design unserer Dach-Marke WirbelWild und andererseits nach den jeweiligen Farben der Unternehmensmarken, mit denen zusammengearbeitet wird. Darüber hinaus sollte die Gestaltung etwas Handgemachtes transportieren, weshalb wir uns für Aquarelle und eine Handschrift für das Plakat entschieden haben.

Grußkarte

Für die Gestaltung der Grußkartenseite wurde ein Raster entwickelt, das dabei hilft, die jeweiligen Elemente einzusetzen. Unter anderen definiert es

  • auszufüllende Bereiche, wie den Satzspiegel, und
  • freizuhaltende Bereiche

und ist die Grundlage für die Definition der weiteren Gestaltungsregeln, für z.B. die Anordnung der Aquarelle.

Die Rahmen und Hilfslinien lassen den Gestaltungsraster der Karte erkennen.

Plakat

Die Plakatseite ist aufgeteilt in 4 mal 3 Kacheln. In Abhängigkeit von der Anzahl der Vornamensbuchstaben wurden alle oder ein Teil der Kacheln befüllt.

Auch für die einzelnen Kacheln haben wir Gestaltungsvorgaben entwickelt und programmiert. Die Gestaltungsvorgaben für die einzelnen Kacheln haben das Ziel, das strenge Kachelraster aufzulockern und ein abwechslungsreiches Bild zu kreieren. So sitzen die verschiedenen Aquarelle mal in der oberen, mal in der unteren Hälfte der Kacheln und reichen auch über die Kachelränder hinaus, sodass sie wie bei einer wirklichen Aquarellzeichnung überlagern können. Buchstabe und Text werden per Zufall eher rechts oder eher links in der noch freien Hälfte platziert.

Die Rahmen und Hilfslinien lassen den Gestaltungsraster des Plakats erkennen.

Farben

Die Farbauswahl für unser Druckprodukt orientiert sich an den Corporate-Farben unseres Unternehmens und unserer Unternehmensmarken: WirbelWild, Siegertypen, Bit&Black, Calidario, ManyPrint Solutions, SchwarzKunstWerk und Loopyball Stuttgart. Jede Corporate-Hauptfarbe haben wir um zwei weitere Farben ergänzt. Somit bekommt ein Bit&Black-Kunde beispielsweise die Corporate-Farbe Lila mit einem Grün und einem Orange kombiniert.

Mehrere Versionen der Karte für Empfänger mit demselben Vornamen.

Individualisierungen

Aquarelle

Zunächst wurden Aquarelle gemalt, deren Farbe keine Rolle spielte – entscheidend waren Details wie Form oder Deckkraft. Die gescannten und freigestellten Aquarelle haben wir anschließend so vorbereitet, dass bei der Generierung der Layouts die Aquarelle automatisiert mit den Farben der vorgefertigten Farbschemata eingefärbt werden können.

Die eingefärbten Aquarelle und wie sie »ineinanderlaufen«.

Texte

Zuletzt werden die Texte individualisiert. Sowohl für die Textvarianten der Grußkarte als auch für die Textbausteine des Plakats haben wir eine Datenbank erstellt.

In der Grußkarte wurden im Rohtext Variablen für verschiedene Varianten – u.a. für eine informelle oder formelle und eine männliche oder weibliche Ansprache – eingesetzt, die auf Grundlage persönlicher Daten gefüllt werden. Anschließend wird der Textumbruch, der in jedem Dokument durch die individuellen Textvarianten abweicht, von unserem firmeneigenen Silbentrennprogramm Hyphenizer verbessert, sodass der Text letztendlich umbricht, als hätte ein Gestalter Zeile für Zeile händisch bearbeitet.

Jedem Buchstabe des Vornamens wurde nach dem Zufallsprinzip ein Text zugewiesen.

Für das Plakat werden die Buchstaben des Vornamens mit den buchstabenabhängigen Texten aus unserer Wünsche-Datenbank ergänzt. Die Datenbank enthält je Buchstabe drei Begriffe und dazugehörige Texte. Vereinzelt enthalten auch diese Texte Variablen, die wiederum im Abgleich mit den persönlichen Daten gefüllt werden.

Die Texte zu den Buchstaben der Vornamen im Detail.

Automatisierung

Sobald die Logik der Initialisierungen und die fürs Design entwickelten Gestaltungsregeln festgelegt wurden, kann die vollautomatisierte Erstellung des Layouts sowie der Texte begonnen werden.

Erstellung der Kacheln

Unsere Anwendung sorgt sowohl für die Anordnung als auch für die Befüllung der Kacheln.

Für die Anordnung durchläuft unsere Software jede Kachel nacheinander und bestimmt dabei zuerst, ob eine Kachel befüllt werden soll oder leer bleibt. Für die Frage der Anordnung haben wir einige Vorgaben definiert und lassen die Software die Kacheln ansonsten aber nach Zufallsauswahl anordnen, sodass es auch bei gleich langen Namen Variationen in der Anordnung der Buchstaben auf dem Plakat gibt.

Kacheln, die zur Befüllung ausgewählt wurden, durchlaufen den oben beschriebenen Prozess und unsere Anwendung muss entscheiden, wo das Aquarell und die Texte platziert werden. Bei besonders kurzen Namen haben wir uns entschieden, den doch sehr großen Weißraum mit weiteren Aquarellen zu befüllen. Auch hier entscheidet die Software, welches Aquarell eingesetzt und wo es platziert wird.

Die Platzierung der Aquarelle und der Texte erfolgt nach dem Zufallsprinzip.

Farbe der Marke

Nach der Fertigstellung des Layouts werden die Aquarelle sowie die Texte in Abhängigkeit von der Markenzugehörigkeit mit den Farben des dazugehörigen Farbschemas eingefärbt.

Umschlag

Auch unsere Umschläge werden automatisch durch unsere Anwendung erstellt. Neben der Absender- und Empfängeradresse ist das Logo der jeweiligen Unternehmensmarke, mit der eine Zusammenarbeit stattfindet, abgebildet.

Herstellung

Das Plakat liegt im Format 42,0 × 44,4 cm vor, das geschlossene Format der Karte entspricht dann DIN A5 im Querformat.

Unserer Nachhaltigkeitsphilosophie entsprechend wurden die Karten auf einem Recyclingpapier gedruckt. Es handelt sich um das Jupp Ech Öko von Römerturm in 160 g/qm, das mit dem Blauen Engel und nach FSC zertifiziert wurde.

Die Karten wurden von der Abt Mediengruppe auf einer Fuji JetPress 720s gedruckt und im Wickel- und Kreuzbruchfalz verarbeitet.

Möchten Sie ebenfalls jemandem Neujahrswünsche zukommen lassen?

Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail mit dem Namen Ihrer Wahl. Wir generieren Ihnen jeden Namen als PDF. Sollten Sie Interesse an einer gedruckten Version haben, lassen Sie es uns ebenfalls wissen.

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